
Einen Tag nach der regionalen Großdemonstration gegen rechts versammelte sich die regionale AfD zu einer Kundgebung in Stockach, mit dabei war eine ganze Reihe ihrer Landtagsabgeordneten. Das konnten natürlich auch jene nicht hinnehmen, die tags zuvor schon durch Konstanz gezogen waren.
Irgendwann mussten sie sich ja wieder in der Öffentlichkeit zeigen – trotz all der Proteste gegen sie und der Annäherung der CDU an ihre rechtsextremen Positionen. Und so luden die AfD-Kreisverbände Konstanz, Sigmaringen und Bodenseekreis zu einer gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung auf den Stockacher Dillplatz ein. Ab 13 Uhr saßen und standen da die beiden AfD-Bundestagskandidaten Bernhard Eisenhut (Wahlkreis Konstanz) und Lukas von Berg (Zollernalbkreis/Sigmaringen) sowie die AfD-Landtagsabgeordneten Hans-Peter Hörner (Balingen) und Emil Sänze (Rottweil).

Allerhand Prominenz also, die wahrscheinlich mit einem größeren Zustrom gerechnet hatte. Denn die Massen hatten sie nicht mobilisieren können: Laut Polizeiangaben standen gerade mal hundert Menschen auf dem Dillplatz herum (es waren zeitweise mehr Polizist:innen da) und hörten sich die üblichen Tiraden an: gegen Zuwanderung, gegen Entwicklungszusammenarbeit (das Geld solle besser an die Bauern gehen), gegen Naturschutzverbände, gegen Gewerkschaften …
Preisvorschlag für Andreas Jung
Die antifaschistische Gegenseite war da erfolgreicher: Rund 300 Menschen waren dem erst kurz vorher veröffentlichten Aufruf zur Teilnahme am Protest gefolgt und hatten sich auf dem Weg nach Stockach gemacht. Dort, bei der Bushaltestelle des Nellenburg-Gymnasiums und nicht weit vom AfD-Versammlungsort entfernt, skandierten sie ihre Slogans („Nie wieder Faschismus!“), sangen und hörten Lieder.

Während der Kundgebung wurden keine Reden verlesen. Nachträglich aber veröffentlichte der Konstanzer Kreisverband der Partei Die Linke eine „nicht gehaltene“ (aber lesenswerte) Rede ihres Bundestagskandidaten Lars Hoffmann, der sich darüber freute, dass es „der Aufstand der Anständigen nach Stockach geschafft hatte“ – und darüber, dass es die Anwesenden „nicht einfach bei der Demo gestern in Konstanz belassen“ hatten, „bei der auch der CDU-Abgeordnete Andreas Jung seine Position gegen rechts heucheln konnte, nachdem er für sein niederträchtiges Stimmverhalten im Bundestag vergangene Woche eigentlich als Preis den goldenen Steigbügel verdient“ hätte.
Besonders informativ sind Hoffmanns Ausführungen zu den AfD-Rednern auf dem Dillplatz. Sie können hier nachgelesen werden.
Text: pw
Fotos: Die Linke Konstanz
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